- Fast die Hälfte der Schweizer Bevölkerung nutzt bereits generative KI, und sie sucht damit auch nach Betrieben.
- Die Mehrheit der KMU weiss nicht, was KI über sie erzählt. Nur 2 % tun gezielt etwas dafür.
- Grossunternehmen nutzen KI mehr als drei Mal so häufig wie kleine Firmen. Die OECD sieht eine wachsende Kluft.
- Die meisten Kleinbetriebe nutzen KI ohne Regeln, obwohl das Datenschutzgesetz direkt auch für KI gilt.
Die Kundschaft hat die Suche gewechselt
Keine digitale Technologie hat sich in der Schweiz so schnell verbreitet wie generative KI, hält das Bundesamt für Statistik fest. Drei Jahre nach dem Start von ChatGPT nutzt fast die Hälfte der Bevölkerung solche Werkzeuge; bei den Jüngeren ist es die grosse Mehrheit. (BFS, 2025)
Damit ändert sich, wie Betriebe gefunden werden. 13 % der Bevölkerung beginnen die Suche nach einem unbekannten KMU bereits bei einem KI-Assistenten, und 39 % können sich vorstellen, Termine künftig über einen Sprachassistenten zu vereinbaren. (Hochschule Luzern, 2025) Diese Menschen vergleichen keine zehn Treffer mehr. Sie lesen eine Antwort.
Die KI nennt nur wenige, und kaum jemand prüft es
Eine Suchmaschine zeigt eine Liste und eine Karte. Ein KI-Assistent antwortet mit einer Empfehlung oder einer kurzen Auswahl. Wer darin fehlt, kommt für diese Kundin nicht vor. Die KI nennt, was sie aus Profilen, Bewertungen und Websites verlässlich zusammensetzen kann.
Bei Kleinstbetrieben haben sogar 60 % nie nachgeschaut, und 48 % der KMU finden, Betriebe wie ihrer müssten KI im Marketing gar nicht einsetzen. (Hochschule Luzern, 2026) Darin liegt die Chance: Die wenigen Plätze in den KI-Antworten sind noch nicht verteilt. Wer jetzt vollständige Angaben und gute Bewertungen aufbaut, hat einen Vorsprung, den Nachzügler erst aufholen müssen.
Die Grossen ziehen davon
Innerhalb eines Jahres stieg der Anteil der EU-Unternehmen mit KI von 13,5 % auf 20 %. Der Zuwachs ist aber ungleich verteilt: Grossunternehmen nutzen KI mehr als drei Mal so häufig wie kleine Firmen. (Eurostat, 2025)
Die OECD zeigt seit Jahren, dass sich die produktivsten Firmen vom Rest absetzen und der Abstand wächst, weil neue Technik den Rest nur langsam erreicht. (OECD) In ihrem Bericht für die G7 vom Dezember 2025 hält sie anhaltende Lücken zwischen KMU und Grossfirmen bei der KI-Nutzung fest. (OECD, 2025)
Auch in der Schweiz geht es schnell: Der Anteil der KMU, die KI fest in ihre Abläufe integriert haben, stieg innerhalb eines Jahres von 22 % auf 34 %. (SECO, 2025) Die Frage ist nicht mehr, ob Ihre Mitbewerber KI nutzen, sondern wie lange Sie warten.
Die Arbeit verändert sich
Laut Internationalem Währungsfonds wird KI rund 40 % der Arbeitsplätze weltweit aufwerten, verändern oder ersetzen, in fortgeschrittenen Volkswirtschaften wie der Schweiz sogar 60 %. Wer gefragte Fähigkeiten hat, gewinnt an Produktivität und Lohn. (IWF, 2026)
Für einen Kleinbetrieb ist das sehr konkret. Übersetzungen und Korrespondenz gehören bereits zu den häufigsten KI-Anwendungen in Schweizer KMU, und 57 % der Arbeitgeber berichten von Effizienzgewinnen. (SECO, 2025) Wer die Stunden für Offerten, E-Mails und Admin zurückholt, kann mehr Aufträge annehmen oder günstiger anbieten. Wer es nicht tut, konkurriert mit Betrieben, die es tun.
Das Risiko, das niemand sieht
Mitarbeitende nutzen KI oft auf eigene Faust, mit privaten Gratis-Konten. Nur ein Drittel der Schweizer KMU hat klare Regeln dafür, bei Kleinstbetrieben weniger als ein Viertel. (SECO, 2025)
Die Rechtslage ist dabei eindeutig: Der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte hält fest, dass das Datenschutzgesetz technologieneutral und direkt auf KI-gestützte Datenbearbeitung anwendbar ist, mit Pflichten zu Transparenz und Information. (EDÖB) Wer Kundendaten in einen Chatbot kopiert, trägt dafür die Verantwortung. Für Unternehmen in der EU verlangt das EU-KI-Gesetz zudem Massnahmen zur KI-Kompetenz des Personals. (EU-Kommission)
